10.10.2011 Ort: Herzogenaurach/Erlangen
Von: Bernhard Panzer
Trauer Karl Haenel, der drittälteste Einwohner Deutschlands, ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 108 Jahren in einem Seniorenheim in Erlangen.
"Mit 100 Jahren ging er zum ersten Mal ins Internet", sagt Eike Haenel. Karl schrieb mit einem Pommern-Freund in Amerika. Und zum 108. Geburtstag bekam der Senior ein Handy.
Das schönste Geschenk aber machte ihm Enkelin Nina, die einen Tag vor dem Hundertsten des Opas ihre Tochter Lea zur Welt brachte.
"Mein Vater war eine großartige Persönlichkeit", sagt Eike Haenel, der vom Tod seines Vaters bei den Feierlichkeiten am Tag der Heimat in Erlangen erfuhr. "Er hat jeden einzelnen Tag für das Leben gedankt und wäre gern noch älter geworden".
Als er vor einigen Tagen mit dem Rollator stürzte und sich einen Knochenbruch zuzog, erholte sich der Senior nicht mehr. Am Geburtstag seines Sohnes Eike entschlief er friedlich.
Trauer um den ältesten Erlanger
Karl Haenel starb mit 108 Jahren - 11.10.11
Haenel, der aus einer alten Bürgermeister-Dynastie stammte, wurde in Greifenberg (Pommern) geboren. 1957 gründete er die „Pommernjugend“, aus der die „Tanz- und Speeldeel Leba“
hervorgegangen ist. Der einstige Siemens-Ingenieur wurde für seinen Einsatz um die Pflege des Brauchtums seiner Heimat 1975 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1983 mit dem
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Noch am 22. April 2011 trug er sich anlässlich seines Geburtstags ins Goldene Buch der Stadt ein.
Haenel war stets aktiv: An seinem 100. Geburtstag stellte er eine umfangreiche Familien-Chronik der Familie fertig, die bis ins Jahr 1405 zurück reicht. Im hohen Alter hatte er zudem
begonnen, englische und französische Vokabeln zu büffeln. Mit 100 Jahren entdeckte der rüstige alte Herr und treue Leser der Erlanger Nachrichten zudem noch das Internet für sich.
Und hier noch einmal live:
http://www.erh-tv.de/index.php?option=com_php&Itemid=56&entryId=1_546a5udd
Bund der Vertriebenen
Kreisverband Erlangen-Höchstadt
